Ich hab mir zum Vorsatz gemacht den Wahlkampf dieses Jahr etwas genauer zu beobachten, da ich denke dass er vergleichsweise interessant werden dürfte. Also werde ich hoffentlich regelmäßig hier etwas schreiben. Wer etwas in den Medien oder einfach so findet was hierher gehört möge es bitte als Kommentar posten oder besser noch mich per mail darauf aufmerksam machen.
Zum Thema "
Klartext! - Wahlkampf 2006" fand am 28.02. im Radiokultur Haus eine Diskussion zwischen den Wahlkampfleitern von SPÖ (
Norbert Darabos) und ÖVP (
Reinhold Lopatka) statt. Es wäre zwischen der Moderatorin Gabi Waldner und ihren beiden Gästen ausgemacht gewese, dass es eine Diskussion über Wahlkampfmethoden werden sollte und kein vorgezogener Wahlkampf, doch hielt dieses Verprechen erwartungsgemäß nicht lange.
Schön früh hagelte es die üblichen Vorwürfe, etwa dass die Opposition Regierungsbeschlüsse schlechtreden würde, usw.
Schnell kam das Gespräch auf den Begriff "dirty campaigning", der ursprünglich aus den USA kommt und einen Wahlkampf bezeichnet, indem es darum geht den Gegner mit möglichst viel Dreck zu bewerfen um ihm auf diesem Weg die Wählerstimmen zu entziehen.
Dabos und Lopatka waren sich einig in der Unterscheidung, dass "dirty campaigning" etwas verwerfliches sei, da es Politiker auf persönlicher Ebene angreife. Gerechtfertigt sei jedoch "negativ campaigning" das dazu diene politische Positionen des Gegners anzugreifen. Ebenfalls einig waren sich die beiden Wahlkampfleiter in der Position, dass "dirtiy campaigning" etwas ist, was immer nur die anderen Parteien betreiben.
Was Prognosen für die nächste Wahl oder auch nur den kommenden Wahlkampf angeht hielten sich beide weitestgehends bedeckt. Darabos erklärte ein weiteres Mal FPÖ/BZÖ für politisch unbedeutend und widersprach damit manchen Prognosen von Meinungsumfragen. Lopatka warnte vor solchen übereilten Einschätzungen, da aus seiner Sicht
Haider schon zu oft für politisch tot erklärt wurde.
Die Frage nach einer möglichen
Hans-Peter Martin Partei, die die Kronenzeitung ins Spiel gebracht hat, wagten beide nicht mit genügender Sicherheit einzuschätzen, ebensowenig inwieweit Martin der SPÖ und der ÖVP schaden könnte. Lopatka lies es sich nicht nehmen, festzuhalten, dass Martin ein Problem der SPÖ sei, da er früher deren Kandidat war.
Das Prinzip von Überaschungskandidaten wurde logischerweise auch nur theoretisch angesprochen, wobei die Zugkraft mancher Quereinsteiger unbestritten ist, während andere total gescheitert sind. Auf jeden Fall sind die Namen solcher Kandidaten geheimgehalten worden um den anderen Parteien die Chance zu nehmen eine "dirty campaign" gegen ihn/sie zu führen.
Wichtig für den Wahlkampf sind auch Umfragen und Fokusgruppen, dazu wurde nicht viel gesagt, ausser dass beide Parteien die Mittel verwenden. Doch muss ich gestehen, dass das Prinzip von
Fokusgruppen mir neu war. Fokusgruppen werden beispielsweise eingesetzt um die Interessen bestimmter Zielgruppen auszuloten.
Die Möglichkeit eines Fairnessabkommen im Wahlkampf , wie es etwa für die letzte Präsidentschaftswahl geschlossen wurde, hielten beide für positiv. Man müsse jedoch unabhängige Personen wie
Ludwig Adamovich dazu bewegen, dass sie ein entsprechendes Abkommen formulieren und überwachen. Es würde etwa überwachen wie viele Wahlplakate aufgehängt werden dürfen, und ähnliches. Was jedoch laut Lopatka keinen Sinn hat sind moralische Richtlinien, da solche nicht objektivierbar sind.
Kaxi - 8. Mrz, 14:25